Zusätzlich zum Pflegegeld und der Pflegesachleistung können Ihre hilfebedürftigen Angehörigen je nach Pflegegrade Anspruch auf folgende Zuschüsse haben:

  • Verhinderungspflege

In den Pflegegraden 2-5 erhalten die Pflegebedürftigen 1.612 Euro für Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für bis zu sechs Wochen. Diese Leistungen können bezogen werden wenn die private Pflegekraft im Urlaub ist oder krankheitsbedingt an der Pflege gehindert wird.

Von den 1.612 Euro können 50%, also 806 Euro, des Leistungsbetrags der Kurzzeitpflege für Verhinderungspflege angerechnet werden. Dies ist nur möglich wenn die Kurzzeitpflege in einem Jahr nicht genutzt wird. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 erhalten keine Leistungen für die Verhinderungspflege, können aber den Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich anrechnen lassen.

  • Kostenerstattung zur Verbesserung des Wohnumfeldes

Zur Erleichterung der selbstständigen Lebensführung zu Hause. Bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme. Wenn mehrere Antragsberechtigte zusammenwohnen bezuschusst die Pflegeversicherung mit 16.000 Euro. Hierzu zählt auch der barrierefreie Badumbau oder die Integrierung eines Treppenlifts.

  • Kostenübernahme für Pflegemittel

Zum Beispiel Desinfektionsmittel, Hygieneartikel etc. Anspruch auf bis zu 40 Euro pro Monat.

Pflegehilfsmittel sind Geräte und Sachmittel, die zur Erleichterung der häuslichen Pflege notwendig sind, die Beschwerden der/des Pflegebedürftigen lindern und dazu beitragen, eine selbständige Lebensführung zu ermöglichen. Die Pflegekasse unterscheidet zwischen technischen Hilfsmitteln und den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln.

Anspruch auf Pflegehilfsmitteln:

a.) Wer eine Pflegestufe – auch Pflegestufe 0 – hat, hat laut Sozialgesetz und nach dem Pflegestärkungsgesetz ab dem 01.01.2015 Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel in Höhe von 40,00 Euro im Monat.

b.) Die Pflege muss daheim oder in einer Wohngemeinschaft erfolgen.

c.) Die Pflege wird von pflegenden Angehörigen oder einem (ambulanten) Pflegedienst erbracht.

d.) Für pflegebedürftige Personen in einem Pflegeheim können von den pflegenden Angehörigen keine Pflegehilfsmittel bestellt werden.

  • Kostenübernahme für technische Hilfen

Zum Beispiel Pflegebetten, Rollatoren etc. Beteiligung mit zehn Prozent, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel. Die Beteiligung darf 60 Euro im Vierteljahr nicht übersteigen. Eine Befreiung von dieser Zuzahlung ist möglich. Auch eine Kombinationsleistung der häuslichen Pflege, kann bei der Krankenkasse beantragt werden. Hierbei erfolgt die Betreuung sowohl durch einen Angehörigen als auch durch einen Pflegedienst.